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Clown Antonia – Marion Pletz

ROTE NASEN Clown Antonia - Marion Pletz (Quelle: ROTE NASEN; Foto: Markus Pletz)

1967 in Eppingen (Baden-Württemberg) geboren. Ausgebildet als Clown, Schauspielerin und Stelzenläuferin zog es sie in die große Welt, bis sie im wunderschönen 100 Einwohnerdorf “Eselsburg” landete. Hier begegnete ihr Antonia. Seit diesem Tag sind beide unzertrennlich. Sie lassen sich gemeinsam dicke Zöpfe wachsen! Damit fangen sie Späße an und machen Krach, propellern im Krankenhaus mit Kindern um die Wette und backen im Seniorenheim schwäbische Backwaren in Zopfform.

 

Das Größte ist, Menschen zum Lachen zu bringen – Interview mit Marion Pletz

Menschen zum Lachen zu bringen, das ist Marion Pletz (Lebens-)Aufgabe. Dafür gab sie ihren soliden Lehrer-Job auf, der zwar Sicherheit bot, aber lange nicht so viel Spaß, Glück und Freude wie das Clownspiel in sozialen und medizinischen Einrichtungen.

Und hier das Interview zum Lesen:

Ich heiße Marion Pletz, bin 46 Jahre alt und jetzt seit fünf Jahren bei ROTE NASEN, aber insgesamt mittlerweile seit zehn Jahren als Clown im Krankenhaus unterwegs.

Also ich bin eigentlich Fachlehrerin für Sport und Werken geworden und hatte ein Angebot an einer Haupt- und Realschule in Stuttgart. Ich musste aber ein Jahr noch bis zum Antritt meiner Stelle überbrücken. Ich bin dann nach Amerika, um dort ein Auslandsjahr zu machen. Dort rutschte ich in eine Clownsgruppe, und da war es auch um mich geschehen. Ich wollte auf keinen Fall mehr in die Hauptschule, sondern bin dann auf die Clownschule in Hannover gegangen. Und seitdem bin ich immer noch leidenschaftlich und mit Freude als Clown dabei.

Eine erfüllende Arbeit

Ich stand auf der Bühne und habe Menschen in Amerika zum Lachen gebracht und habe mich gefühlt wie ein Fisch im Wasser. Dieses Gefühl hatte ich vorher noch nie. Und ich wollte das einfach immer wieder haben.

Für mich ist es immer noch das Größte, wenn Menschen lachen. Meine Mutter war völlig verzweifelt, nachdem sie so stolz war, dass ich Lehrerin bin und diese Stelle damals hatte. Als sie dann hörte, ich gehe auf diese Clownschule, da war sie ganz fertig. Sie meinte: „Warum du so geworden bist?“

Ich hatte bei einem Casting eine Frau getroffen, die arbeitete in Ulm bei den Klinikclowns. Sie erzählte mir ganz begeistert von dieser Arbeit. Und als ich dann das erste Mal mitlaufen durfte und einen Einblick bekam, hat mich das mich das im Herzen zutiefst berührt. Es gibt mir viel mehr Erfüllung als die Arbeit, die ich vorher auf Veranstaltungen gemacht habe oder auf der Straße beim Straßentheater – wobei ich das auch immer noch gut finde.

Situationen verändern, Licht bringen

Aber es ist für mich so: Ich kann eine Situation verändern, ich kann Licht hereinbringen, ich kann schwere Situationen ein bisschen leichter machen. Ja, es ist für mich eine durchaus noch sinnvollere Arbeit als vorher.

Entscheidende Erlebnisse

Es gab in Ulm ein Kind in der Onkologie, das hatte ich schon ein Jahr regelmäßig besucht. Wir hatten Clownsfreundschaft miteinander geschlossen, Spiele gespielt, die sich immer weiter entwickelt haben. Ich wusste, dieses Kind ist unheilbar krank. Aber irgendwie dachte ich immer „Vielleicht wird es ja doch gesund, es gibt ja Wunder und ich glaube daran.“ Ich habe das einfach gehofft.

Dann bin ich eines Tages in die Onkologie und sollte alleine spielen. Ein Kollege war erkrankt. An diesem Tag ist das Kind gestorben. Ich war vorher nicht informiert worden. Zwei, drei Stunden, bevor ich kam, ist das Kind gestorben. Als ich ankam, sah ich die Eltern, wie sie mit dem gepackten Koffer und ohne Kind aus diesem Krankenzimmer heraus kamen und den Flur entlang liefen.

Ich dachte „Die gehen jetzt mit dem gepackten Koffer nach Hause und das Kind ist jetzt tot“. Ich fragte mich, ob ich in der Situation überhaupt spielten konnte. Doch dann dachte ich „Ich spiele jetzt“ und zog mich um.

Es war natürlich eine ganz besondere Stimmung auf dem Flur, weil alle anderen Kinder und Eltern auf der Station auch betroffen waren. Es sind ja ganz tiefe Freundschaften auf den Stationen entstanden zwischen Menschen, die ein ähnliches Schicksal teilen.
Ich habe das irgendwie gemeistert an dem Tag und habe gespielt, spürte Freude und die anderen haben auch gelacht. Aber als ich abends nach Hause kam, habe ich nur noch geheult. Das Ganze hat mich drei Tage wirklich traurig gemacht.

Am dritten Tag rief ich dann einen Freund an. Ich erzählte ihm, wie sehr mich Erfahrung schmerzte und ich mir nicht mehr sicher war, ob ich das noch einmal haben wollte. Sollte ich aufhören und andere Dinge machen?
Da sagte er:
„Okay, das kannst du jetzt machen. Du kannst entscheiden, ob du dich von dieser Schwere und Dunkelheit beeinflussen lässt oder du sagst, die Freude und die Leichtigkeit, die du da rein bringst, wiegt mehr als die Schwere, die du jetzt empfindest.“
Und dafür habe ich mich dann letztlich entschieden – und immer wieder gerne.

(Interview: Sou-Yen Kim)