Jetzt spenden!

Schenken Sie Kinderlachen mit Ihrer Spende!

Mit 20 €, 30 € oder 50 € helfen Sie uns, ROTE NASEN Clowns in Kinderstationen zu schicken!

Jetzt spenden Helfen als Unternehmen Helfen als Schule

Spenden per Überweisung:

IBAN DE65 1002 0500 0003 3192 00
BIC BFSWDE33BER

Ohne Ihre Hilfe wäre unser täglicher Einsatz nicht möglich. Bitte helfen Sie jetzt!

Herzlichen Dank!

Der ROTE NASEN Shop

Besuchen Sie unseren Shop!

Shop anzeigen

Ihre eigene rote Schaumstoffnase schenkt Lachen!

Herzlichen Dank!

Facebook

Besuchen Sie uns auf Facebook!

Zurück zur Startseite
Facebook
Jetzt helfen!

Clown Filou – Reinhard Horstkotte

über seine Clownfigur

ROTE NASEN Clown Filou - Reinhard Horstkotte (Quelle: ROTE NASEN; Foto: Markus Pletz)“Filou ist ein Spring-ins-Feld. Quirlig freut er sich über jede Begegnung schon bevor sie stattgefunden hat. Manchmal freut er sich auf etwas, ohne dass er weiß auf was er sich eigentlich freuen soll. Wie ein Grashüpfer springt er von Stern zu Stern. Man fragt sich, war das eine Sternschuppe, ein Komet oder eben einfach ein Eichhörnchen? Aber doch hinterläßt er immer den gewissen Sternenstaub, und du bist berührt, weißt aber nicht woher – denn Filou ist schon über alle Berge.”

Reinhard Horstkotte

war schon immer ein Kind der Freiheit. Von der Schule wagte er den Sprung in die Freiheit auf die Straßen von Florenz. Entdeckte dort die Schönheit des  Gauklerlebens – die Menschen aus ihrem Alltagstrott zu entführen in eine Welt voll Rythmus und Poesie. Auf der Suche nach körperlicher Freiheit absolvierte er in Berlin eine Akrobatikausbildung. Dort wurde er auch zum Mitgründer des Wohnzimmervarieté´s Scheinbar Varieté (1987). Von der Freiheit des Clowns fasziniert zog es ihn dann in die Schweiz, zur Dimitrischule und zu einem kleinen Zirkus auf dem frisch vereinigten Potsdamer Platz – mit Bären, Tiger, Affen, Hund und Katze. Clownvisiten sind inzwischen ein wichtiger Teil seiner Arbeit geworden. Als künstlerischer Leiter von ROTE NASEN erforscht er mit 25 Clowns die Authentizität im Spiel, die Möglichkeit, Freude auf die Stationen zu bringen und von Herzen Clown zu sein.

(Auszug der Vita zu finden auf www.reinhard-horstkotte.de)

Wer verstehen will, was den Clown so einzigartig macht, muss nur ihn fragen: Reinhard Horstkotte, künstlerischer Leiter von ROTE NASEN. Er erklärt wunderbar und vor allem nachvollziehbar die Figur des Archetypen Clown – und das ohne Schnick-Schnack, sondern klar und bodenständig. Denn was er sagt ist weise und hat Hand und Fuß.

Und hier noch einmal das Interview zum Lesen:

Der Clown – eine menschliche Metapher

Mein Name ist Reinhard Horstkotte, ich bin 48 Jahre alt, habe drei Kinder, bin verheiratet. Ich bin künstlerischer Leiter von ROTE NASEN und auch Clown.

Für mich war der Clown ein Sinnbild des Menschlichen – der Ambivalenz, dass man auf der einen Seite ein ganz normales Leben führt und auf der anderen Seite in einer ganz anderen Welt ist. In einer Welt von Fantasie, Sehnsucht, Poesie und vielleicht auch nicht so richtig reinpasst in die „normale“ Welt. Das war immer mein Thema.

Auf der anderen Seite hatte ich immer die romantische Vorstellung vom Clown, der vorm Zirkuswagen sitzt und eine gewisse Weisheit ausstrahlt. Dieses Bild habe ich in meinem Kopf,  angeregt durch ein Buch vom Schriftsteller Henry Miller: „Das Lächeln am Fuße der Leiter“. In dem Buch geht es darum, dass ein Clown nicht so sehr das Lachen, sondern die Glückseligkeit zu bringen versucht.

Also mein erstes Erlebnis war …

Ich ging in ein Zimmer, in dem ein Junge mit starker Mukoviszidose lag. Das ist eine Stoffwechsel-Erkrankung, bei dem sich viel Schleim im Körper bildet. Man droht zu ersticken, auch werden die Organe sehr stark in Mitleidenschaft gezogen. Früher starb man sehr früh an dieser Kranknheit. Heute, abhängig vom Grad der Erkrankung, kann man auch älter werden. Da war also dieser Junge, ungefähr acht Jahre alt. Er war mit seiner Mutter im Zimmer. Die Psychologin sagte mir vorher noch, dass der Junge wohl bald sterben würde. Das hat mich – bewusst oder auch unbewusst – sehr befangen gemacht. Nicht nur das Wissen, dass er bald sterben wird, sondern auch zu sehen, wie sehr der Junge litt.

Der lag ganz dünn und schwach in seinem Bett. Die Mutter war bei ihm. Man merkte, zwischen den Beiden war eine Spannung. Denn auf der einen Seite war da eine Mutter, die ihren Sohn loslassen musste, weil er sterben würde. Auf der einen Seite lebte er noch und war ein Junge wie jeder andere.

Ich kam da also rein und irgendwie war dicke Luft in dem Zimmer. Ich begann mit dem Clownspiel, doch es geschah nichts. Nur Schweigen. Keine Reaktion. Flop, wie wir Künstler sagen. Dann probierte ich etwas anderes wie Akrobatik. Irgendwann nahm ich einen banalen Luftballon und wollte den aufpusten. Da sah ich, dass sich die Mutter im Spiel die Ohren zuhielt.

Dann sagte ich zu dem Jungen:
„Oh, jetzt können wir ja über deine Mutter sprechen, das ist ja gut“.
Weil ich wusste, dass die Mutter mit ihrem Sohn im Zimmer schlief, fragte ich ihn: „Schnarcht die im Schlaf?“.
Da kicherte er. Dann fragte ich:
„Pupst sie viel?“

Dann ging das Lachen los und er lachte und lachte. Das Eis war gebrochen, die Tür war sozusagen offen und ich konnte dann mit ihm eine gute Zeit haben.

Nicht aufgeben, dranbleiben!

Zwei Wochen später kam ich in dasselbe Krankenhaus. Der Junge war verstorben. Die Psychologin kam auf mich zu. Sie erzählte mir, dass die Mutter ihr erzählt habe, dass sie das letzte Mal gemeinsam mit ihrem Sohn lachen konnte, als ich da war. Das war ein sehr schönes Erlebnis, und das zeigte mir, dass wir dranbleiben müssen. Natürlich, wenn die Kinder nicht wollen, dann respektieren wir das und gehen. Aber es war ja so eine Schwellensituation bei den Beiden.

Wie schütze ich mich?

Ich schütze mich nicht. Ich konzentriere mich auf die Spielfreude. Ich glaube, dass es immer einen Funken Hoffnung, Freude und Vergnügen gibt. Und den zu suchen, das ist die Aufgabe von uns Clowns.

Bin ich ein Leittier für die Künstler?

Nein, ich bin ein Leiter. Ich leite etwas weiter. Als ich als künstlerischer Leiter angefangen habe vor etwa neun Jahren, da dachte ich „Was macht ein künstlerischer Leiter?“. Er leitet Dinge weiter.

Ich bin ein guter künstlerischer Leiter, wenn es mir gelingt, die guten Einflüsse von außen weiter zu leiten. Wenn mir die Menschen dann vorwerfen wollen, ich sei beeinflussbar, entgegne ich Ihnen: „Ja, das bin ich.“ Es wäre schlimm, wenn es nicht so wäre.

Ich darf mich natürlich nicht aus der Bahn werfen lassen, auch wenn das ab und an geschieht. Aber das ist in Ordnung, so lange ich mich wieder aufrichte. Ich glaube, ich bin gut, wenn ich die Sachen gut weiterleite. Manchmal leite ich auch Dinge weiter, die von mir selbst kommen, aber bei Weitem nicht alles. Denn wir haben so viele tolle Leute bei ROTE NASEN. Ich wäre blöd, wenn ich das nicht weiter nutzen würde und weiter nutzen könnte.

 (Interview: Sou-Yen Kim)