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Clown Nina Pawlowna – Martina Pietsch

Clown Nina Pawlowna - Martina Pietsch (Quelle: ROTE NASEN; Foto: Markus Pletz)

“Das erste Mal vor gut 20 Jahren, als ich Clowns vom „Theatre Sans Frontières“ aus Toulouse sah, fühlte ich mich so belebt, wir hatten nasse Freudentränenärmel und massierten uns die strapazierten Bäuche. Nicht, dass solche Symptome ausschließlich einen guten Theaterabend ausmachen, hat es mir doch gezeigt, was in der Welt unserer spielerischen Fantasie möglich ist. Wenn sich die Clowns vor unseren Augen mit all den großen, kleinen und noch größeren Dämonen herumschlagen, dann sehen wir, was wir alles wohl und unbeschadet überleben können.”

Clown ein Leben lang – Interview mit Martina Pietsch

Unsere ROTE NASEN Clowns geben all ihr Herz und ihre Leidenschaft ins Clownspiel. Das spürt man, und das sieht man. Woher das kommt und warum das so ist, das erzählt unser ROTE NASEN Clown Martina Pietsch.

Und hier noch einmal das Interview zum Lesen:

Wie bist du Clown geworden?

Vor 20 Jahren habe ich eine Gruppe aus Frankreich gesehen, und ich saß im Zuschauerraum, und ich habe so viel gelacht wie lange nicht. Mir hat richtig der Bauch weh getan danach. Und diese Clowns kamen aus Toulouse. Meine Lehrerin hat diese Company geleitet, also meine spätere Lehrerin, das war also der erste Kontakt. Das waren Improvisationen an diesem Abend, und das war eine Unschuld, eine Verletzlichkeit, die von der Bühne kam, die hat mich ganz tief berührt. Ich habe auch sofort in dem Moment gespürt, das ist ‘was, das mich begleiten wird.

Wie ist deine Clownfigur entstanden?

Meine Clownfigur begann ganz alt. Im Grunde genommen war es eine ganz alte, verkauzte Frau, mit heruntergezogenen Mundwinkeln und verjüngte sich dann mit den Jahren. Bin mal gespannt, wie es weiter gehen wird, könnte mir vorstellen, es gibt auch ein Auf-und-ab an Entwicklungen. Auf alle Fälle ist sie mit der Zeit immer jünger geworden. Das hängt damit zusammen, was auch seelisch erst einmal gespielt werden will. Also was kommt erst einmal aufs Tablett, auf die Bühne und will gezeigt werden. Das ist letztlich fürs Publikum relativ egal, weil es sind verschiedene Aspekte des Menschseins. Und trotzdem ist es, glaube ich, gut, den Schauspieler als Clown, sich selbst und seinen Kollegen und auch seinen Schülern zu gestatten, dass das gespielt werden darf, was gespielt werden muss. Und bei mir war das anfangs eine alte Frau, die recht skeptisch in die Welt schaute, aber auf ihre Art natürlich sehr komisch war. Die Leute haben sich sehr gefreut.

Welche Clownvisite hat dich besonders berührt oder zum Nachdenken gebracht?

Es gibt eine Geschichte, die habe ich vor einem halben Jahr erlebt, als ich einen Jungen begleitet habe zur einer Chemotherapie. Und es war schon ein relativ langes Warten, wir waren anderthalb Stunden zusammen im Warteraum, es waren auch andere Kinder dabei und die Eltern. Wir waren uns ein bisschen vertraut und hatten schon alles Mögliche miteinander gespielt. Und plötzlich wurde das Spiel ein bisschen wilder, und wir spielten Messerwerfen.

Die Initiative ging vom Jungen aus, und er war letztlich nicht so ein wilder Spieler. Er war um die zehn Jahre alt, und er war sehr vernünftig. Wie das oft so ist, wenn Kinder sehr krank sind, dass sie dann zum Teil die Eltern noch stützen und stärken. Und dieses wilde Spielen, das Ungezogensein und das Verrücktsein hat mitunter gar nicht so einen Raum. Aber das Messerwerfen war intuitiv, da dachte ich mir, das ist auch was für einen Jungen, wenn ich das so sagen darf. Weil er wirkte auch gar nicht so kämpferisch wie Jungs zumindest gerne sind in dem Alter. Und das Messerwerfen, da dachte ich mir: „Ja, das ist gut.“ Aber er drückte mir die Messer in die Hand, und ich sollte ihn bewerfen, und seine Eltern saßen daneben, die wirklich auch um sein Leben bangten.

Und das ist so ein Moment, wo man Clown ist. Wenn das Spiel beginnt und das Kind dir die Messer in die Hand gibt, dann ist es unsere Aufgabe, die Messer zu werfen und zu schauen, was passiert. Und er stellte sich an die Wand und machte sich breit, und ich warf die Messer. Und der Junge konnte letztlich die Entscheidung treffen, ob ihn die Messer treffen oder nicht. Und das Messer hat ihn direkt in den Bauch getroffen, und ich dachte „Genau das passiert, was keiner will. Alle wollen, dass das Messer vorbei gehen wird, aber das Messer trifft genau in den Bauch und der Junge entscheidet das“. Und dann haben wir die Situation gespielt und letzten Endes ist es egal, wie es ausgegangen ist. Das Wertvolle – fand ich – war, dass das Messer treffen DURFTE.

Alles darf möglich sein

Die Situation ist letztlich so ausgegangen, dass die Wunde ganz schnell wieder geheilt ist. Ist auch eine sehr schöne Möglichkeit, aber das alles möglich sein darf und das alles gleichwertig ist, das ist eine besondere Qualität, die auch an uns herangetragen wird. Wir erschaffen die nicht von allein, sondern die entsteht in der Situation mit den Eltern, im Leben, und die entsteht auch, weil uns das Leben zu Hilfe kommt, mit all den Sachen, die wir dann auch in der Situation vorfinden und die wir in unser Spiel mit einbeziehen können.

 (Interview: Sou-Yen Kim)