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Eine Geschichte aus dem Kinderhospiz “Sonnenhof”

Das erste Mal als wir Carl* in seinem Zimmer besuchen wollten, klopften wir leise an die Tür. Sein Vater öffnete uns. Wir stellten uns vor und fragten, ob wir eintreten dürften. Der Vater ging zu Carl. Wir hörten wie Carl zu seinem Papa sagte: „Papa ich möchte heut nichts müssen. Ich möchte nicht mal lachen müssen.“

Carl ist neun Jahre und lebt seit kurzem im Kinderhospiz Sonnenhof. Er ist zur Finalpflege dorthin gekommen, denn Carl hat einen Gehirntumor.

Beim nächsten Besuch, als wir wieder leise anklopften, öffnete Carls Mama. Hinter ihr rief Carl von seinem Bett aus mit ziemlich schwacher Stimme:
Mama, sind das die Clowns? Sie sollen reinkommen.“  Oh, damit hatten wir fast nicht gerechnet und betraten etwas schüchtern Carls Raum.

Wir stellten uns vor: „Hallo, ich bin Fräulein Schleife und das ist mein Cousin Leofinow.“

Carl ließ uns kaum ausreden, richtete sich mit großer Anstrengung in seinem Bett auf und sagte:
Ihr seid doch Clowns, also singe ich Euch ein lustiges Lied!“

Und er legte sofort los: “Zehn Ottifanten…“

Er sang alle Strophen bis zum Schluss. Wow, wir waren beeindruckt, aber konnten das nicht lange sein.

Carl setzte dem Staunen ein Ende: „So, jetzt reicht´s. Tschüss. Bis nächste Woche!“

 „Tschüss Carl, und danke, dass Du so ein lustiges Lied für uns gesungen hast!“

credit_rotenasen_headerDraußen schwankten wir beide noch etwas herum bis wir wieder Worte zum Sprechen fanden. Wahnsinn. Carl hatte uns alles abgenommen und wir mussten einfach nur zuhören. Carl schien wieder etwas zu Kräften zu kommen.

Das nächste Mal rief er uns auch gleich rein und zeigte uns seinen tollen Trick mit dem Hygienehandschuh, den er so abschießen konnte, dass er Fräulein Schleife jedes Mal mitten ins Herz traf.

„Fräulein Schleife, findest Du mich dick?“ fragte er plötzlich.
Fräulein Schleife betrachtete ihn. „Nein, gerade richtig.“
„Ich bin stark. Schlag mal auf meinen Bauch.“

Fräulein Schleife machte den Muskeltest am Bauch, an den Armen, auf den Backen. „Du bist ja eine richtige Sportskanone“, sagte sie. „ Nein, jetzt nicht mehr. Das war ich mal. Ich war auch viel dünner.“ Was sollte Fräulein Schleife zu dieser Wahrheit sagen? „Auf jeden Fall bist Du für mich echt stark und ich überreiche Dir hiermit feierlich eine Clownsnase.“

Carl setzte sie auf und sagte: Ich heiße Fressi. Ich bin Clown Fressi!“

Fräulein Schleife war begeistert: „Oh ja, Du bist mein kleiner frecher Clownbruder Fressi. Wo ist unsere Mama?“

Carls Mama stand etwas abseits. Auch sie bekam eine Clownsnase und nahm voll Würde ihre neue Rolle als Clownsmama an. In dem Moment kam Carls Oma und Carl stimmte gleich mit Leofinow und Fräulein Schleife das Lied „Unsere Oma fährt im Hühnerstall Motorrad…“ an.

Jetzt hatten wir sogar eine lustige, flotte Clownsoma. Leofinow, Fräulein Schleife und Fressi.

Wir merkten, dass Carls Kraft nachließ. Wir wurden noch mal abgeschossen und dann verließen wir stolpernd unsere neue Familie.
Eine Woche verging, wir klopften wieder an Carls Zimmer und als er uns sah, zog er sofort seine rote Nase auf und schoss uns mit dem Gummihandschuh ab.

„Au, Fressi.“
„Fräulein Schleife, Leofinow, kommt, wir gehen raus und gehen zu Ferhad und geben ihm eine Clownsshow!“
Carl richtete sich mit großer Kraft auf und wir hievten ihn gemeinsam mit unserer Clownsmama in seinen Rollstuhl.
„Fräulein Schleife, gib mir wieder die Gummihandschuhe.“
So zogen wir als kleine Clownscombo aus dem Zimmer und wollten Ferhad beglücken.
Doch Ferhad schlief.
„Fressi hat eine Idee. Wir gehen runter in den Gemeinschaftsraum!“
Ja, warum nicht?

Wir fuhren mit dem Fahrstuhl eine Etage tiefer. Wir schoben Carl in den ziemlich vollen Gemeinschaftsraum.  Wir stellten uns vor und kündigten “the best hits from Clown Fressi!“ an. Und Carl begann zu singen! Leofinow und Fräulein Schleife waren die Background Girls. Wir verbeugten uns. Applaus.

Dann fuhren wir wieder hoch in Carls Zimmer und Carl legte sich erschöpft aber ganz glücklich wieder ins Bett. Fräulein Schleife, Leofinow, wenn ich groß bin werde ich auch Clown!“

Carl starb am 22. Dezember 2012 im Alter von 10 Jahren.

Carl wäre kein großer Clown geworden, Carl war schon ein großer Clown. Voller Großzügigkeit verschenkte er sein Talent zu singen, Witze zu machen, Geschichten zu erfinden, um sein Freunde, Menschen in seiner Umgebung froher zu machen.

Als ich, Fräulein Schleife, einmal etwas betrübt war, dass Fressi nicht da ist (Carl hatte die Clownsnase nicht auf, er war schon ziemlich schwach), tröstete er mich: „Ach, der ist gerade nur einen Hamburger essen gegangen, aber Fräulein Schleife, Dein Bruder vergisst Dich nicht!“

Fräulein Schleife wird ihren Bruder Fressi auch nie vergessen und als Vorbild in ihrem Herzen tragen.

 *Name, Text und Bild sind aus Rücksicht geändert und stehen nicht im Zusammenhang