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Hier kommt die Braut

von Leopold Altenburg

Clown Nina Pawlowna - Martina PietschClownin Nina Pawlowna und Clown LeoFinow hegten schon lange den Wunsch zu heiraten. Doch für eine richtige Hochzeitsfeier benötigt es eine Hochzeitsgesellschaft, Trauzeugen und nicht zu letzt einen Pastor. Ein solches Fest braucht monatelange Vorbereitung. Dass ein solches bedeutendes Ereignis auch spontan stattfinden kann, ohne langwierige Planung, verdanken LeoFinow und Nina Pawlowna den Bewohnern der Seniorenstiftung Prenzlauer Berg, Gürtelstraße, erster Stock. Ein Wohnbereich in dem viele demenzkranke alte Menschen wohnen.

Es ist Mittwochnachmittag. Ein Nachmittag wie jeder andere – so scheint es zumindest. Die Bewohner des Seniorenstifts haben sich bereits im Gemeinschaftsraum bei Kuchen und Kaffee eingefunden. Nina Pawlowna und LeoFinow begrüßen das Kaffeekränzchen mit dem flotten Lied: „Rote Lippen soll man küssen“. Gleich singen einige fröhlich mit, denn vielen Bewohnern ist dieses Lied sehr geläufig, ist es doch ein bekannter Schlager aus den 1960er Jahren. Nach dem Schlussakkord gibt es einen kleinen Applaus und die beiden Clowns begrüßen einzeln die Leute.

Alle sind ihnen wohl bekannt: Der ehemalige Arzt Dr. Klaus reicht gleich die Hand und versucht höflich aufzustehen. Die fröhliche Frau Vincenz sitzt am Tischende und winkt ganz freundlich. Frau Meyer jedoch beobachtet die zwei mit den roten Nasen misstrauisch aus dem Augenwinkel. Herr Ludowiko hebt den Kopf um besser sehen zu können. Frau Löwenzahn fragt die beiden: „Was wollt ihr denn hier?“

Spontan getraut

Und dann ist da noch ein neuer Bewohner: Herr August Berger.
„Herr Berger“, fragt die immer neugierige Nina Pawlowna, „was haben Sie denn vor Ihrer Pensionierung für einen Beruf ausgeübt?“
Herr Berger muss überlegen. So schnell findet er bei einer solch spontanen Frage nicht die richtigen Worte. LeoFinow kommt ihm zur Hilfe:
„Ihrer Ausstrahlung und Ihrer Haltung nach zu schließen, würde ich sagen Sie sind ein Pastor“.
„Ja“ bestätigt Herr Berger freudig „Ja, ich bin ein Pastor.“
„Das trifft sich ja gut!“ ruft Nina Pawlowna begeistert, „LeoFinow und ich planen schon lange zu heiraten. Können Sie uns gleich jetzt hier sofort auf der Stelle trauen?“
„Ja also“, meint Pastor Berger, „natürlich, das geht schon“.

LeoFinow ist etwas überrumpelt von dieser Geschwindigkeit.
„Aber das braucht doch eine gewisse Vorbereitung!“
„Wieso“, entgegnet Nina Pawlowna „alles was wir für eine Hochzeit brauchen, finden wir hier: die Hochzeitsgesellschaft, Kuchen und Kaffee und sogar einen Pastor.“
„Aber wir brauchen auch Trauzeugen“, gibt LeoFinow zu bedenken, „hab ich recht, Frau Löwenzahn?“
„Ja, die braucht es“, bestätigt Frau Löwenzahn.
„Würden Sie mein Trauzeuge sein?“ fragte nun LeoFinow unverblümt den Arzt Dr. Klaus.
„Ja natürlich, warum nicht.“

Trauzeugen gesucht

Nina Pawlowna ist zufrieden und sucht nach einer Trauzeugin. Jedoch weder Frau Löwenzahn noch Frau Vincenz sind bereit, dieses Amt zu übernehmen.
Frau Meyer fragt: „Was muss ich denn da machen?“
„Nichts, Frau Meyer“, beruhigt sie Nina Pawlowna, „Sie müssen nur gut aufpassen. Würden Sie das Amt der Trauzeugin übernehmen?“
Gut aufpassen, das kann die sonst so skeptische Frau Meyer, und sie erklärt sich bereit, die Trauzeugin bei dieser Hochzeit zu sein.
„Was müssen wir nun machen?“ will LeoFinow von Pastor Berger wissen.
Der lächelt und sagt knapp: „Hinknien“.

Nicht aus dem Sinn

Nun kniet sich das Brautpaar vor den Pastor nieder. Der breitet seine Hände über die beiden aus, und mit lauter Stimme verkündet er: „Ich segne Euch“.
Die Clowns und anwesenden Pfleger sind verblüfft. Trotz der Demenz erinnert sich Herr Berger noch genau an seine Aufgaben als Pastor. Seine Stimme ist so präsent, dass alle das Gefühl haben, sie wären in einer Kirche.

LeoFinow lässt mit seinem Saxophon den Hochzeitsmarsch erklingen, dann erheben sich die beiden Clowns glücklich vereint. Von jedem einzelnen Bewohner lassen sich nun Nina Pawlowna und LeoFinow zum wichtigsten Tag in ihrem Leben gratulieren.

„Bleiben Sie gesund“ wünscht Dr. Klaus den beiden, bevor sie sich mit der zweiten Strophe von „Rote Lippen sollst du küssen“ in die Flitterwochen verabschieden.