Jetzt spenden!

Schenken Sie Kinderlachen mit Ihrer Spende!

Mit 20 €, 30 € oder 50 € helfen Sie uns, ROTE NASEN Clowns in Kinderstationen zu schicken!

Jetzt spenden Helfen als Unternehmen Helfen als Schule

Spenden per Überweisung:

IBAN DE65 1002 0500 0003 3192 00
BIC BFSWDE33BER

Ohne Ihre Hilfe wäre unser täglicher Einsatz nicht möglich. Bitte helfen Sie jetzt!

Herzlichen Dank!

Der ROTE NASEN Shop

Besuchen Sie unseren Shop!

Shop anzeigen

Ihre eigene rote Schaumstoffnase schenkt Lachen!

Herzlichen Dank!

Facebook

Besuchen Sie uns auf Facebook!

Zurück zur Startseite
Newsletter YouTube Facebook
Jetzt helfen!

Die Kunst, Geschichten zu erzählen – Neues aus Nieu Bethesda

von Reinhard Horstkotte

Clowns_Nieu_BethNieu Bethesda ist eine südafrikanische Kleinstadt mit rund 1.500 Einwohnern. Gegründet wurde die Stadt 1875, und irgendwie scheint die Zeit dort seitdem stehen geblieben zu sein. Ungeteerte Straßen, stattdessen Schotterwege, die nachts unbeleuchtet sind. Es gibt keine Tankstellen, keine Geldautomaten. Es ist eine arme Region, die meisten Menschen leben im nahegelegenen Township HIGH TOWN, wo die Lebensbedingungen hart sind. Es gibt nahezu keine Bildungseinrichtungen, von Arbeit ganz zu schweigen. Die Meisten erhalten eine kleine staatliche Unterstützung, um zu überleben. Und wie in den meisten Townships von Südafrika sind auch in HIGH TOWN Alkoholismus, Gewalt und sexueller Missbrauch ein großes Problem.

In den 80er und 90er Jahren erfuhr Nieu Bethesda eine Veränderung. Es siedelten sich weiße Künstler in der Kleinstadt an und schufen eine Künstlerkolonie, die mehr und mehr Besucher anzieht. Die gemeinnützige Stiftung, das Arts Centre, bietet sie den Bewohnern der Townships mit kulturellen Angeboten die Möglichkeit, der Eintönigkeit des Alltags zu entfliehen.

Mit der Kunst aus der Sucht

Ich war das vierte Mal in Nieu Bethesda, eine Reise, die mir nur durch die Unterstützung der Bethesda Foundation, RED NOSES international und ROTE NASEN e.V. ermöglicht wurde. Im Arts Centre wollte ich mit 16 Künstlern zusammenarbeiten. Alle Künstler kommen aus dem Township und alle hatten ein großes Alkoholproblem. Hatten! Denn der Leiterin des Arts Centres Jeni Couzyn ist es gelungen, dass diese Menschen trocken wurden – mit künstlerischer und psychotherapeutischer Arbeit. Das ist eine tolle Leistung. Was mich besonders glücklich macht, ist, dass diese Menschen seit dem ersten Clownworkshop, den ich bereits 2009 gab, keinen Tropfen Alkohol mehr angerührt haben. Offensichtlich hilft es den Menschen, aufzutreten, zu lachen, zu spielen, sich selbst auszudrücken. Darüber haben sie gelernt, sich selbst zu wertschätzen und selbstbewusster zu werden. Das macht mich sehr glücklich und stolz.

Quilt_Nieu_BethIm Art Centre stellen die Menschen Wandbehänge aus Stoff her, Quilts, sowie Glas-Kunstwerke und Drucke, die sie an Touristen verkaufen. In den vergangenen Jahren wurde die Qualität der Quillts immer besser, so dass die Arbeit national und international immer mehr Beachtung fand. Zwei Wochen vor meinem Besuch im Oktober gab es sogar eine große Ausstellung in Australien, in der Quilts aus Nieu Bethesda und Kunstwerke von Aborigines präsentiert wurden. In den Motiven der Quilts waren alte überlieferte Geschichten der Xam Bushmen, den eigentlichen Ureinwohnern Südafrikas, verarbeitet.

Angeregt durch diese besonderen Qulits wollte ich den Fokus meiner diesjährigen Arbeit in Nieu Bethesda auf das Geschichtenerzählen legen. Und zwar auf die Geschichten der Bushmen.

Fast alle Künstler im Art Centre sind Nachfahren der Bushmen. Gewöhnlich wird das Wort „Bushmen“ in Südafrika eher als Schimpfwort  – so wie Trottel – gebraucht. Die Menschen verbinden mit diesem Begriff selten Stolz. Doch gerade für unsere heutige Zeit ist die Kultur der Bushmen sehr wertvoll – ist sie doch sehr stark verbunden mit der Natur, den Tieren, den Pflanzen, dem Kosmos und den Kräften in und um uns herum.

Wertvolle Traditionen und Kultur

Ein sehr wichtiges Element in der Bushmen-Kultur waren die Geschichten. Diese wurden von Generationen zu Generationen überliefert – durch Höhlenmalereien und mündliche Überlieferungen. Glücklicherweise wurden vor etwa 100 Jahren viele dieser Geschichten von einem Engländer und seiner deutschen Frau gesammelt, notiert und archiviert. Und Jeni Couzyn brachte die Geschichten in eine Form, die für Jedermann gut zu verstehen ist.

Meine Aufgabe war es nun, die Künstler im Workshop darin zu schulen, Geschichten unterhaltsam und spannend erzählen, aber jeder auf seine eigene Weise. Wir nahmen uns sechs Geschichten vor und arbeiteten gemeinsam an jede der Geschichten. Wir schmückten sie aus, indem wir auch immer wieder unseren Alltag miteinbezogen. Jeni, die sich als Tiefenpsychologin viel mit der Symbolik der Geschichten befasst hatte, konnte eindrucksvoll darstellen, wie aktuell sich die mythischen Geschichten der Bushmen sind und sich sogar Parallelen auf unser heutiges Leben ziehen lassen.

Natürlich ist es nicht allen gleich leicht gefallen, Geschichten zu erzählen. Aber am Ende war jeder der Künstler dazu in der Lage, und wir erlebten gemeinsam eine wunderbare Show vor 200 Kindern und ihren Eltern.

Unterstützt von Creative Europe der Europäischen Union