Bernhard Paul als Clown

3 Fragen an Roncalli-Direktor Bernhard Paul

15.Dezember 2017
  • Sonstiges
Porträt von Bernhard

Herrreinspaziert heißt es auch in diesem Jahr!

Zum zweiten Mal unterstützen der in Berlin gastierende Roncalli Weihnachtscircus und Semmel Concerts ROTE NASEN. „Ein Tag ohne Lächeln ist ein verlorener Tag.“, sagte Direktor Bernhard Paul einmal, der selbst immer wieder als Clown Zippo in der Manege steht. Wir waren neugierig und durften ihm drei Fragen stellen.

Herr Paul, wie wichtig ist Humor in der heutigen Welt?

"Ich glaube, dass Humor das Wichtigste im Leben ist. Humor gehört zum guten Benehmen dazu. Der Clown ist eines der traditionsreichsten Berufsbilder, das man sich vorstellen kann. Früher gab es den Hofnarr, dann die Entwicklung der komischen Figur über die Commedia dell‘Arte bis in die heutige Zeit. Man muss den Clown wie ein geschütztes Tier am Leben erhalten, denn sonst wird er von unsensiblen Fernsehformaten und Comedy niedergewalzt. Im Gegensatz dazu ist der Clown ein Therapeut, er geht gerne auf die Menschen ein. Er begibt sich ins Publikum und merkt sofort, was los ist und reagiert darauf."

Was macht das Wesen des Clowns aus?

"Ein guter Clown ist immer sensibel. Er ist jemand, der sich in die Psyche des anderen Menschen hineinversetzen kann  – sozusagen ein Psychologe. Der Schutzheilige der Clowns ist für mich Charlie Chaplin. Man reagiert nicht mit Schenkelklopfen auf ihn und schreit auch nicht vor Lachen, sondern man lacht innerlich. Und das ist die schönste Art der Komödie. Laut loszuprusten ist auch gut, denn es ist befreiend. Doch ich mag die leisen, stillen Clowns viel mehr, solche, die nicht ausflippen, sondern die einen innen berühren."

Bernhard Paul als Clown

Was kann der Clown in schwierigen Situationen bewirken, was andere nicht können? So zum Beispiel im Krankenhaus?

"Der Clown kann Nähe bewirken. Wenn ein Kind im Krankenbett liegt und ein Mann mit einem weißen Kittel kommt, ihm eine Spritze verpasst und ihm damit weh tut, dann bekommt das Kind Angst. Und dann kommt einer, der hat zwar auch einen weißen Kittel an, aber eben auch eine rote Nase auf. Der mit der roten Nase erzeugt ein Gefühl von Nähe. Der andere steht für Distanz. Ich kann das beurteilen, denn ich habe selber drei Kinder großgezogen. Der Clown gewinnt sofort das Vertrauen der Kinder."