Lexikon Erbrecht

Das ROTE NASEN Erbrecht-Lexikon

Wer erbt was? Wie verfasse ich ein Testament? Was ist ein Pflichtteil? Hier finden Sie erste grundlegende Informationen zu den Themen Erbrecht, Gemeinnütziges Vererben und Testamentsgestaltung.

Erbrecht-Lexikon

Vonseiten des Gesetzgebers besteht für Sie keine Verpflich­tung, Regelungen über Ihren Nachlass durch ein Testament zu verfügen. Ohne Testament tritt jedoch die gesetzliche Erbfolge ein. Erben sind nach dem Gesetzgeber Blutsverwandte, Ehe­partner und eingetragene Lebenspartner sowie Adoptivkinder. Wenn keine Erben vorhanden sind, erbt der Staat.

Mit einem Testament

  • legen Sie fest, dass Ihr Vermögen später entsprechend Ihrer Wünsche verteilt wird.
  • vermeiden Sie eventuelle Meinungsverschiedenheiten unter den Erben.
  • stellen Sie sicher, dass Menschen berücksichtigt werden, die sonst keine Erbansprüche Ihnen gegenüber hätten, denen Sie sich aber verbunden fühlen.
  • können Sie gemeinnützige Organisationen wie ROTE NASEN Deutschland e. V. bedenken, die Ihr Vermögen in Ihrem Sinne für einen guten Zweck einsetzen.

Wenn Sie ROTE NASEN mit Ihrem Nachlass bedenken möchten, so ergeben sich für Sie verschiedene Möglichkeiten:

Erbschaft

In Ihrem Testament setzen Sie eindeu­tig fest, wer Erbe Ihres Nachlasses wird. Das können Freunde, Verwandte oder eine gemeinnützige Organisation sein. Sie können ROTE NASEN als Miterbe oder als Alleinerbe einsetzten.

Vermächtnis

Mit einem Vermächtnis übertragen Sie einen Geldbetrag oder Gegenstand an eine bestimmte Person, Einrichtung oder gemeinnützige Organisation wie ROTE NASEN.

Erbvertrag

Ein Erbvertrag kann zwischen Ihnen und einer zweiten oder mehreren Personen geschlossen werden. In einem Erbvertrag können Sie eine erbrechtliche Verfügung mit ROTE NASEN treffen.

Schenkung

Sie können einen Teil Ihres Nachlasses bereits zu Lebzeiten an diejenigen übergeben, die Ihnen nahestehen. Bei einer Schen­kung zu Lebzeiten an ROTE NASEN erleben Sie noch selbst aktiv, was mit Ihrem Vermögen passiert und nehmen an der Freude der Menschen teil, denen Sie geholfen haben. Bei einer Schen­kung von Todes wegen wird das Vermögen erst dann übertra­gen, wenn der Beschenkte den Schenker überlebt.

Stiftung von Todes wegen

Mit der Gründung einer Stiftung zugunsten von ROTE NASEN legen Sie Ihr Vermögen langfristig an und unterstützen aus den Erträgen über Ihre Zeit hinaus die Themen, die Ihnen am Herzen liegen.

Wenn Sie weder Testament oder Erbvertrag hinterlassen, gilt automatisch die gesetzliche Erbfolge. Diese berück­sichtigt nur Blutsverwandte, Ehegatten und Partner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft sowie Adop­tivkinder. Das Gesetz unterscheidet zwischen Erben verschiedener Ordnung, die als Rangfolge zu verstehen ist. Innerhalb einer Ordnung werden zuerst diejenigen bedacht, die am nächsten mit dem Erblasser verwandt sind. Ein Verwandter erbt nicht, wenn noch ein Ver­wandter einer vorrangigen Ordnung vorhanden ist.

Erben 1. Ordnung: Kinder, Enkel, Urenkel

Erben 2. Ordnung: Eltern, Geschwister, Neffen/Nichten

Erben 3. Ordnung: Großeltern, Onkel/Tanten, Cousin/Cousine

Ein Pflichtteil ist ein gesetzlich garantierter Mindestanspruch der Angehörigen (Kinder, Ehegatten oder auch Partner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft sowie Eltern) am Nachlass. Der Pflichtteil besteht aus der Hälfte des gesetzlichen Erbteils und wird bar ausgezahlt. Dieser Anspruch verjährt nach drei Jahren.

Ehegatten stehen außerhalb dieser Ordnung, denn sie sind mit dem Erblasser nicht verwandt. Ihr Erbanteil richtet sich danach, in welchem Güterstand (Zugewinngemeinschaft, Gütertrennung oder Gütergemeinschaft) die Ehegatten lebten und danach, welche Verwandten erbberechtigt sind.

Sie haben folgende rechtliche Möglichkeiten ein gültiges Testament zu verfassen, dies jederzeit aber auch zu ändern oder zu widerrufen.

Das handschriftlich verfasste Testament ist die einfachste und schnellste Form des Testaments und kann von Ihnen jederzeit erstellt werden. Das gesamte Testament muss von Ihnen vollständig handgeschrieben verfasst und unterschrieben (mit Vor- und Zunamen) werden. Es muss außerdem Ort und Datum enthalten.

Das notarielle Testament wird entweder mündlich oder schriftlich unter fachlicher Beratung eines Notars Ihrer Wahl errichtet. Vor der Beurkundung berät Sie der Notar ausführlich über den Inhalt und die rechtlichen Folgen. Das Dokument wird beim Amtsgericht hinterlegt und im Zentralen Testamentsregister erfasst. Ihr letzte Wille ist somit kaum anfechtbar, da diese vom Notar geprüft, beurkundet und niedergeschrieben. Der Notar bestätigt auch Ihre Testierfähigkeit.

Sie können Ihr Testament jederzeit und ohne Angabe von Gründen ändern oder widerrufen und durch ein neues Testament ersetzen. Das handschriftlich ver­fasste Testament vernichten Sie oder erklären es in einem neuen Testament für nichtig. Das notarielle Testament nehmen Sie aus der Verwahrung (alleine dadurch verliert es seine Gültigkeit) oder ersetzen es durch ein neues notarielles oder handschriftliches Testament.

Es gibt keine gesetzlichen Vorgaben für die Aufbewahrung eines eigenhändigen Testaments. Sorgen Sie jedoch dafür, dass Ihr Testament nicht lange gesucht werden muss. Informieren Sie Ihre Angehörigen über den Ort der Aufbewahrung oder übergeben Sie es einer Person Ihres Vertrauens.

Die sicherste Alternative ist das Hin­terlegen Ihres Testamentes bei einem Amtsgericht. Ein Vorteil dieser Variante ist, dass Ihr letzter Wille nicht in unbefugte Hände gerät oder ver­loren geht. Des Weiteren erhält das Amtsgericht auto­matisch Kenntnis vom Ableben des Erblassers und kann das Testament dann schnell eröffnen.

Für die Verwahrung eines Testaments beim Nachlass­gericht fällt eine einmalige und pauschale Gebühr in Höhe von 75€ an.

Erbschaftsteuer und Freibeträge

Grundsätzlich unterliegt jeder, der aus Ihrem Nachlass etwas erhält, der Steuerpflicht. Die Höhe der Erbschaft­steuer hängt vom Wert der Erbschaft und von dem Verwandtschaftsverhältnis zwischen Ihnen und dem Begünstigten ab. Das Gesetz teilt die Begünstigten in drei Steuerklassen ein. Jedem Ihrer Erben stehen dabei Freibeträge zu.

Steuersätze

Je nach Steuerklasse und der Höhe des Erbes liegen die Steuersätze zwischen 7% und 50%. Alle Beträge oberhalb der Freibeträge sind voll erbschaftsteuerpflichtig.

 

Gemeinnützige Organisationen sind von der Erbschaft- und Schenkungsteuer befreit. Eine Zuwendung zugunsten von ROTE NASEN Deutschland e. V. kommt somit vollständig der Unterstützung von kranken Kindern, Seniorinnen und Senioren sowie Flüchtlingen in unseren Clownprojekten zugute!

Sie denken darüber nach, ROTE NASEN in Ihrem Testament zu bedenken und haben Fragen rund um die Nachlassspende? Dann sprechen Sie mich an. Ich freue mich auf ein persönliches Gespräch mit Ihnen! 

 

 

Katarzyna Rychlewicz-Saad
Fundraising: Stiftungen, Großspender, Erbschaften

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