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Wir brauchen auch das Freudige – so wie beim Tanzen

ROTE NASEN Clown Nina Pawlowna (Foto: Gregor Zielke)

 

Martina Pietsch ist ausgebildete Schauspielerin und Mutter einer 12-jährigen Tochter. Als ROTE NASEN Clown Nina Pawlowna besucht sie seit sieben Jahren die kinderonkologischen Stationen der Charité in Berlin und bringt dort schwerstkranke Kinder zum Lachen. Vom Finden von Freude in schwierigen Momenten erzählt sie im Interview.

Welche Gefühle hast Du nach einer Visite wie heute?

Wenn wir im Krankenhaus sind, treffen wir die Leute oft in schweren Situationen an. Manchmal sogar in den schwersten, zum Beispiel wenn ein Kind stirbt. Unsere Aufgabe ist es, uns im Krankenhaus darauf zu konzentrieren, dass Kinder immer Kinder sind, selbst vor der Narkose im OP oder im Sterbeprozess. Wir freuen uns über die lebensfrohen Reaktionen der Kinder, über das Lachen, über das Schmunzeln von Erwachsenen. Das sind die Momente, an die wir uns erinnern, das sind die Erfolge unserer Arbeit.

Auf der Station für Stammzellentransplantation warst Du unter anderem beim achtjährigen Paul.

Paul ist schon sehr lange auf der Station, schon mehrere Monate. Wir treffen ihn immer im Bett an, er darf aufgrund von Infektionsrisiko sein Zimmer nicht verlassen. Meist schaut Paul fern, wenn wir ihn besuchen. An einem Tag schafften wir es, dass er den Fernseher vergaß. Er spielte sogar mit uns. Er drückte den Knopf der Fernbedienung und wir froren ein – er hatte uns ausgeschaltet, um uns später wieder per Knopfdruck anzuknipsen. Magie! Er hatte solche Freude daran. Das ist das Grundprinzip unserer Arbeit: Wir geben den Kindern die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen, aktiv zu handeln. Wie oft kommen fremde Ärzte oder Krankenschwestern ins Zimmer und als Kind musst du still da liegen, die Zähne zusammenbeißen und alles ertragen. Aber mit einer Fernbedienung hast du alles in der Hand, kannst die Situation beeinflussen. Paul hatte quasi die Macht und konnte uns, die Clowns, nach seiner Pfeife tanzen lassen!

Du besuchst auch Kinder, die Chemotherapie erhalten. Dafür müssen sie sich mit einem Infusionsständer bewegen. Wie gehst Du damit um?

Wir verwandeln die Gegenstände und Apparate. Zum Beispiel begegnete uns einmal ein siebenjähriger Junge. An seinem Infusionsständer hing der Beutel mit der Chemotherapie. Wir Clowns taten so, als sei der Infusionsständer ein LKW und wir sagten uns: “Oh schau mal, da kommt ein LKW, schnell weg, husch, husch!” Der Junge freute sich und spielte sofort mit. Er bewegte seinen Infusionsständer in unsere Richtung und verfolgte uns. Wir spielten in Zeitlupe, denn der Junge konnte nicht schnell laufen. Aber indem wir aus dem medizinischen Gerät einen LKW machten, konnten wir miteinander spielen.

Wie reagieren die Eltern auf Dich?

Auf der Isolationsstation der Kinderonkologie, dort, wo die Kinder eine Stammzelletransplantation hinter sich haben, sitzen manchmal Mütter und Väter in einer Art Ruheecke am Ende des Flurs. Auf der Station ist kein Platz für Gefühle, die Eltern sind rundum mit der Betreuung ihrer Kinder beschäftigt, sie müssen einfach funktionieren. Ich erinnere mich, wie meine Clownpartnerin und ich an Eltern, die dort in der Ecke saßen, vorbei gingen und wir Witze machten. Eine Mutter trank gerade etwas und da musste sie so lachen, dass sie das ganze Wasser verschüttete. Das war ein schöner, lebendiger Moment.

Spielt Ihr manchmal auch speziell für die Eltern?

Wenn Eltern da sind, die lange mit ihren Kindern im Krankenhaus bleiben müssen, kommt die Liebesbeziehung komplett zu kurz. Wir bringen dann Mutter und Vater wieder zusammen: So feiern wir Clowns die Beziehung der beiden, indem wir die schönen Merkmale des einen oder der anderen hervorheben. Zum Beispiel flirte ich mit dem Vater und sage: “Ach, ich habe eh keine Chance gegenüber dieser tollen Frau!” Und dann kommt sofort die Reaktion der Mutter: ein Lachen, ein Leuchten in den Augen, ein Schmunzeln. Wir gehen sogar manchmal so weit, dass die beiden sich aus irgendwelchen Gründen küssen sollen. Ich kann mich an keine Situation erinnern, wo sie das nicht gemacht haben. Du siehst natürlich die Müdigkeit der Eltern. Das ist immer so im Krankenhaus: Das Kind ist krank, da werden dann die eigenen Bedürfnisse hinten angestellt. Durch uns erhalten Eltern spielerisch die Erlaubnis, wieder miteinander flirten zu dürfen. Es ist dann so, als ob sie uns damit einen Gefallen täten.

Das Krankenhaus ist kein Ort, wo eine schöne Atmosphäre herrscht. Es geht auf den Stationen sehr sachlich zu und das tut nicht gut. Wir brauchen auch das Freudige, Irrationale, so wie zum Beispiel beim Tanzen. Die Eltern und Kinder sind so lange im Krankenhaus. Das, was sie dort erleben, das prägt sie, das sickert so langsam in ihre Körper ein.

Wie schaffst Du es, dass du solch traurige Erlebnisse nicht mit nach Hause nimmst?

Ich habe mich für diese künstlerische Tätigkeit ja bewusst entschieden. Wenn ich immer schweren Herzens nach Hause ginge, könnte ich diese Arbeit nicht machen. Selbstverständlich gehen uns aber auch Begegnungen noch länger nach.

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ROTE NASEN Clown Nina Pawlowna schenkt Freude – auch dort, wo es wenig zu lachen gibt.
Foto: Gregor Zielke

 

Lachen ist wichtig – für kleine und große Menschen. Foto: Gregor Zielke

 

(Interview: Annika Seiffert; Fotos: Gregor Zielke)