Natasha Lachmannova

Christine Scherzer
seit 2013 bei ROTE NASEN in Berlin/Brandenburg tätig
Die meisten Menschen denken, dass Clowns nur dazu da sind, um andere zum Lachen zu bringen. Doch noch wichtiger ist es manchmal, dass ein Clown zu Tränen rühren kann.

Ausbildung

  • Jazz-Studium und Ausbildungsklasse in Zeitgenössischen Tanz in Graz
  • Ausbildung Clownerie bei u.a. Virginia Imaz, Ami Hattab, Rote Nasen Clowns in Wien

Besondere Begegnung

Ich besuche oft eine Dame mit ALS, also amytropher Lateralsklerose. Sie ist komplett in ihrem Körper gefangen, aber geistig noch ganz da und bekommt deswegen alles mit, was um sie herum vor sich geht. Die Dame ist erst Ende 60 und bekommt jeden Tag Besuch von ihrem Mann. Beide sind große Jazzfans und haben Konzerte von den berühmtesten Künstlern besucht, zum Beispiel von Ella Fitzgerald oder Miles Davis.

Ich selber bin ausgebildete Jazzsängerin. Und dann saß ich da als Clown mit meiner roten Nase vor ihr und sang „Lullaby of Birdland“ – ganz ohne Musikbegleitung, ganz für sie alleine. Wir beiden sahen uns an. Plötzlich stiegen ihr Tränen in die Augen und sie begann zu weinen. Das hat mich so berührt, dass ich selber fast weinen muss, wenn ich daran zurückdenke.

Dieses Lied zu hören war für die Dame wie eine Reise in die Vergangenheit. In dem Moment, in dem ich das Lied sang, sprach ich den Teil von ihr an, der gesund war – ganz egal, wie es in ihrem Körper aussah und wo sie Schmerzen hatte. Ich konnte den Teil von ihr berühren, der Jazz liebt.