30.April 2026

Keine Feuerwehr, kein Arzt. Nein, sie brauchte einen Clown.

Heute Morgen war ich, ROTE NASEN Clown Antonia, ausnahmsweise alleine im St. Josef Krankenhaus unterwegs. Denn heute durfte ich die kranken Kinder, die operiert werden mussten, den ganzen Weg bis zum OP-Saal begleiten. Wie toll, die kleinen Mutigen bezaubern zu dürfen und ihnen meine neuesten Musikwerke vorzuführen! Nachdem ich mit meinen Zauberzöpfen durch das Krankenhaus geflogen war, mein Konzert aufgeführt und jedes Kind an sein Ziel gebracht hatte, war ich mit meiner Arbeit fertig. 

Mit mir selbst zufrieden beschloss ich, einfach mal allein durchs Haus zu ziehen und zu schauen, welche Abenteuer mich noch so erwarten. Plötzlich hörte ich einen lauten Aufschrei: „Mein Sohn ist weggelaufen!“ Als ich um die Ecke kam, stand mir eine Mutter mit ganz verzweifeltem Blick gegenüber. Aufgebracht sagte sie noch einmal: „Mein Sohn ist weggelaufen. Ich brauche einen Clown. Ich brauche unbedingt einen Clown.” Dann kam es mir so vor, als könnte ich vielleicht helfen, also fragte ich sie: „Oh, was ist denn passiert?“

Die Dame erklärte mir, dass ihr Sohn an Trisomie 21 erkrankt ist und gerade eine Urinprobe abgeben sollte. Das wollte er nicht und ist daraufhin vor Überforderung weggerannt.

„Und das Haus ist so groß. Ich weiß gar nicht, wo ich ihn finden kann. Ich brauche einen Clown!“

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ROTE NASEN Clown Antonia bei Clownvisite in einer Einrichtung für Geflüchtete.

Da habe ich mir gedacht, dass ich sie selbstverständlich dabei unterstützen muss. Vielleicht musste der Junge nach all der Diskussion über Pipi einfach auf die Toilette? Und da war er auch. 

Zunächst war der Kleine etwas schüchtern, da er immer noch etwas aufgewühlt war. Ich habe jedoch schnell gemerkt, dass er sich sofort für meine Ukulele interessiert hat. Also habe ich mich ihm vorgestellt, ihm von der Magie meiner Ukulele erzählt und ihm berichtet, dass ich mich immer sofort ganz mutig fühle, wenn ich ein Lied spiele. Natürlich habe ich ihm auch erzählt, wie doof ich es finde, wenn ich eine Urinprobe abgeben muss.

Das mag natürlich niemand, aber manchmal muss man da eben durch. Der kleine Anton* nickte ernsthaft. Dann habe ich ihm einen Vorschlag gemacht: „Ich spiele dir meine brandneuen, geheimen Lieder auf meiner magischen, ermutigenden Ukulele und im Gegenzug dazu pinkelst du in diesen Becher für den Arzt. Deal?“ So betrat ich noch einmal mit voller Power die „Bühne“ für Anton. Der kleine Superstar hat mitgesungen, geklatscht und am Ende begeistert gelacht. So hatten wir ein echt tolles Konzert, und tatsächlich hat er am Ende auch die Urinprobe abgegeben.

…Was für ein toller Ausruf: „Ich brauche einen Clown!” Keine Feuerwehr, keinen Arzt. Nein, sie brauchte einen Clown.

*Name geändert

Junge mit roter Nase Enlarge photo Enlarge photo
Mama und Sohn bei einer Clownvisite im Ernst von Bergmann Klinikum.
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ROTE NASEN Clown Antonia bei Clownvisite in einer Einrichtung für Geflüchtete.

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