25.Februar 2026

Schnee im Tagesraum?

Es war Dienstag. Draußen war es eisig kalt. Der Schnee knirschte unter unseren Schuhen, der Himmel war klar und blau. Ein richtiger Wintertag. Ich, ROTE NASEN Clown Friedel, war mit meinem Kollegen Hubert von Hinten in der Pflegeeinrichtung „Haus zum Spreewald“ unterwegs. Drinnen war es warm. Das Sonnenlicht fiel durch die Fenster und ließ die gelben Wände beinah glänzen.

Als Hubert und ich durch die Einrichtung bummelten, begegneten wir einigen Mitarbeitenden, die wir kannten. Wir begrüßten sie herzlich – mal mit einer Verbeugung, mal mit Seifenblasen. Dann betraten wir den großen Tagesraum. Die Pflegerin mit den kurzen blonden Haaren und der runden Brille winkte uns mit einem breiten Grinsen zu und rief uns zu sich. Um einen Tisch herum saßen einige ältere Damen, die neugierig zu uns herüberschauten.

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Fotos, auf denen sich die Künstler Laura Erceg-Simon und Sören Kaspersinski für eine Visite vorbereiten.

Hubert schlenderte zu den Damen hinüber und zog voller Stolz etwas aus seiner Hosentasche. Mit verschwörerischem Blick hielt er es in die Höhe. Es war Kunstschnee. „Schneeballschlacht!“, verkündete er feierlich. Die Damen wirkten unbeeindruckt, beobachteten Hubert aber weiterhin. Ich betrachtete die Tüte und griff hinein. Die Plastikschneeflocken ließen sich nicht einfach so zusammendrücken. Nach einiger Mühe gelang es mir schließlich. Ich wollte gerade meinen Schneeball werfen, da rief die Betreuerin: „Wartet!“

Hubert und ich erstarrten. Mitten in der Bewegung. Die Betreuerin verließ den Raum. Wir sahen uns an. Hatten wir etwas falsch gemacht? War Kunstschnee etwa verboten? Die Sekunden fühlten sich plötzlich sehr lang an.

Dann kam sie zurück – mit einer Schüssel voll echtem, frischem Schnee in den Händen. Sie grinste schelmisch. Und plötzlich ging es los. Mitten im warmen Tagesraum begann eine echte Schneeballschlacht. Sie warf als Erste mutig um sich, und dann taten es ihr die Damen gleich. Schnee flog durch die Luft, landete in Haaren, auf Schultern und auf Huberts Jacke. Wir waren wie Kinder auf dem Schulhof. Wir kicherten, duckten uns, zielten daneben – und manchmal genau ins Schwarze. Die Damen amüsierten sich köstlich, als Hubert komplett eingeschneit dastand.

Es war ein Riesenspaß. Und für einen Moment war der Winter nicht draußen vor dem Fenster – sondern mitten im Raum.

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