„Tatütata“ die Feuerwehr ist da
ROTE NASEN Künstler Joey Bozat alias Clown Jojo erzählt von einer Begegnung im Waldkrankenhaus Spandau:
Ein Clown zu sein ist manchmal nicht so ganz einfach. Mal flutscht es, mal hakt es, aber im großen Ganzen macht es immer Spaß. Manchmal stürzen wir uns in die Zimmer, ohne einen Plan, und improvisieren darauf los. Es entstehen sehr viele schöne Momente. Wir greifen Themen auf, die die Patientinnen und Patienten und ihre Angehörigen gerade beschäftigen, wie z.B. Angst, Trauer, Freude und kreieren mit ihnen gemeinsam eine schöne Atmosphäre. An manchen Tagen haben wir einen Plan, beziehungsweise eine Mission, einen Wunsch. So wie an jenem Tag. Wir hatten den großen Wunsch für die Feuerwehr arbeiten zu dürfen.
Wir setzten unsere imaginären Feuerwehrhelme auf und brauchten noch einen fahrbaren Untersatz. Wir wollten aber nicht mit einem herkömmlichen Feuerwehrauto fahren. Stattdessen hatten wir unser imaginäres Feuerwehrmotorrad dabei. Wir schmissen den Motor an, der ein BRRRRR-Geräusch von sich gab, und schon sausten wir los. Unsere Fahrt führte uns durch den langen Flur der Pädiatrie des Waldkrankenhauses in Berlin-Spandau. Eine Krankenpflegerin, die unser Treiben beobachtete, lachte und sagte: “Ihr seht aber lustig aus.” Daraufhin antworten wir leicht empört und stolz: “Was heißt hier lustig? Wir sind von der Feuerwehr!” "Na, von der Feuerwehr seid ihr.", entgegnete sie. “Das trifft sich gut. Geht mal in das Zimmer da hinten. Das Zimmer von der kleinen Svenja*. Da hat's nämlich gerade gebrannt, die Ärztin war gerade bei der Kleinen.”
Enlarge photoOh, ein Feuer. Endlich konnten Antonia und ich beweisen, ob wir als Feuerwehrleute taugen. Wir rasten mit Blaulicht und Sirene in Svenjas Zimmer. Im Zimmer angekommen sahen wir uns um. Wir schauten in jede Ecke. Wie auf sanften Katzenpfoten bewegten wir uns und waren dabei schön leise. Na ja, zumindest versuchten wir so leise wie möglich zu sein. Wir wollten das Feuer nicht erschrecken. Leider aber konnten wir kein Feuer entdecken. Plötzlich fragte Svenja ihre Mama: “Mama wer sind die?” Die Mama antworte schmunzelnd: “Keine Ahnung. Frag sie doch mal”. Und das tat Svenja auch. Ich antwortete: “Das ist meine Chefin Antonia. Sie ist eine Feuerwehrfrau und mein Name ist Jojo. Ich bin ein Feuerwehrmann und wir sind gekommen, um hier ein Feuer zu löschen.”
Verdutzt guckte uns Svenja an und sagte: “Hier brennt aber nichts und ihr seid gar nicht von der Feuerwehr. Ich weiß, wer ihr seid. Ihr seid Clowns.” Daraufhin sagte ich zu Antonia: “Ich glaube unsere Tarnung ist aufgeflogen.” Antonia antwortete gelassen in ihrem Heimatdialekt: “Jojo du muscht gansch feschte an dich glauben. Wir sind die Feuerwehr.” Ich wandte mich wieder Svenja zu: “Wir werden dir beweisen, dass wir von der Feuerwehr sind.”
Kaum ausgesprochen, verwandelten sich die Jonglage-Tücher von Jojo in Feuerflammen. Erst waren sie klein, dann wurden sie immer größer und flogen sogar durch die Luft. Plötzlich flogen die ‚Feuertuchflammen‘ zu der Mutter. Sie warf sie weiter zu Svenja und dann wieder zu Jojo. Und so wüteten die Tücher als Feuerflammen im Zimmer. Chefin Antonia griff zu ihrem imaginären Wasserschlauch und fing an, auf die Flammen zu zielen. Leider hatte sie den Schlauch zu weit aufgedreht und der Wasserdruck drückte sie gegen die Wand. Svenja fing an zu kichern. “Du musst den Schlauch mit beiden Händen festhalten", gab die kleine Patientin als Rat. Mit Svenjas Hilfe zielte Antonia treffsicher auf die Feuerflammen, die immer kleiner und kleiner wurden, bis sie wieder in Jojos Tasche verschwanden. Vorsichtshalber löschten wir aber jede Ecke des Zimmers. Sogar die Frisur der Mutter wurde gelöscht. Sehr zur Freude von Svenja, die anfing laut zu lachen.
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