Ein Porträt von dem Clown Brischitt

Brischitt

Maria Gundolf
seit 2004 bei ROTE NASEN in Berlin/Brandenburg tätig
Um ein guter Clown zu sein, braucht man Liebe zu den Menschen und zu sich selbst. Man muss sich selbst Fehler und Schwächen gönnen, steht aber immer wieder auf.

Das bin ich

Mit diesem großen Vorbild vor der Nase stakst das Energiebündel Brischitt auf heißen roten Highheels durch das Leben, wirbelt viel Staub auf und ist ganz SCHÖN frech.

Ausbildung

  • Studium der Politikwissenschaften an der Universität in Innsbruck
  • journalistische Aus- und Fortbildung bei ORF
  • Sprecherausbildung
  • Schauspielstudium in Innsbruck
  • Clownausbildung im Clownlabor, Berlin
  • Red Noses International Zertifizierung als Klinikclown

Besondere Begegnung

Eine Begegnung werde ich nie vergessen:

Die zweijährige Kaya hat ein schwaches Herz und musste zum dritten Mal operiert werden. Als ich zusammen mit dem Pfleger das Zimmer betrat, war die Kleine noch zurückhaltend. Aus meiner Tasche entnahm ich zwei Tücher, ein rotes und ein blaues, und versteckte mich unter dem roten Tuch, um es dann vorsichtig mit einem „Buh“ wieder vom Gesicht zu ziehen. Kaya lächelte. Dann wiederholte ich das Ganze, dieses Mal zusammen mit der Mutter: „Buuh“, machen wir beide im Chor. Kaya lächelte erneut und griff nach dem blauen Tuch. Sie legte es auf ihren Kopf und erschreckte mich mit einem lauten „Buuuh“. Von da an war sie die Chefin.

Auf dem Weg zum OP-Saal erschreckte sie mich immer wieder, sodass ich über meine Füße stolperte. Im Op-Saal angekommen wurde Kaya plötzlich ruhig. Die Anästhesistin kam herein und Kayas Eltern mussten sich verabschieden. Prompt fing die Kleine an, nach ihrer Mama zu rufen und zu weinen. Ich trat vorsichtig an die OP-Liege und flüsterte: „Weißt du was? Du musst einfach alle ganz doll erschrecken. Dann wird alles gut.“ Kaya schaute mich an und nickte.

Vom Türrahmen aus beobachtete ich sie. Als sich die Anästhesistin zu ihr herunterbeugte, rief das kleine Mädchen mit lauter Stimme und unter vollem Körpereinsatz „Buh!“. Die Ärztin machte gerne mit und zuckte „erschreckt“ zusammen. Kaya freute sich so sehr, dass sie ihre Angst vergessen hat.